A1 s 62 OS-K km266,0: Rathaus des Westfälischen Friedens in A1

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A1 Osnabrück-Köln km 266: Rathaus des Westfälischen Friedens

Als Rathaus des Westfälischen Friedens wird das historische Rathaus von Münster bezeichnet. Hier wurde im Jahre 1648 der Friedensvertrag zwischen Spanien und den Niederlanden unterschrieben. Dieser und alle weiteren im Jahre 1648 in Münster und Osnabrück geschlossenen Verträge zur Beendigung des 30jährigen Kriegs werden als Westfälischer Friede bezeichnet.

  • Schon 1637 kommt es während des Dreißigjährigen Krieges zu einer ersten Sondierung über Friedensverhandlungen.
  • Ganze acht Jahre dauert es dann aber, bis sich die feindlichen Lager auf ein Vorgehen einigen und mit den Verhandlungen in Osnabrück und Münster beginnen.
  • Im gotischen Rathaus von Münster wird der erste Friedensvertrag geschlossen – eine Einigung zwischen Spanien und den Niederlanden. Seitdem wird der Saal im Rathaus als Friedenssaal bezeichnet.
  • Das Rathaus gilt unabhängig vom Westfälischen Frieden als einer der schönsten Profanbauten der Gotik. Seine Geschichte reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Berühmt ist die gotische, Fassade mit ihrem aufwändigen Schaugiebel. Mit seinen filigranen Türmchen und Spitzen reicht er weit über das eigentliche Dach hinaus.

Tipp
Der Friedenssaal mit seinen kostbaren gotischen Schnitzereien kann Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr; Samstag und Sonntag bis 16 Uhr besichtigt werden. Von der Autobahn sind es gut sechs Kilometer bis zum Rathaus am Prinzipalmarkt.

Hintergründe
Als die Verhandlungen in Osnabrück und Münster beginnen, ist der Dreißigjährige Krieg schon lange kein Konfessionskrieg mehr. Es geht um die Vorherrschaft in Europa
Protestantische Reichsstände kämpfen an der Seite des katholischen Kaisers des Heiligen Römischen Reichs.
Franzosen und Schweden verbünden sich, um diese Allianz zurückzudrängen. Auch hier kämpfen somit Katholiken und Protestanten Seite an Seite.
Diese Konstellation führt zu einem Patt und nach vielen weiteren Kriegsjahren endlich zur Aufnahme der Verhandlungen.

In Osnabrück verhandeln schwedische Gesandte direkt mit der Allianz aus kaiserlichen und reichsständischen Truppen. In Münster treffen mit kaiserlichen und französischen Gesandten die verfeindeten katholischen Lager aufeinander.

Mit dem Abschluss der letzten Verträge im Oktober 1648 wird Europa neu geordnet. Insbesondere das Heilige Römische Reich muss Territorien abgeben. Auch innenpolitisch verliert der Kaiser Macht an die Stände, denen Souveränität zugesprochen wir.
Außerdem wird der Augsburger Religionsfriede von 1555 bestätigt.

Sie hörten einen Locopodia-Text, gesprochen von Friederike Weede