A1 n 58 OS-HH km184,0: Kulturschatz Artland in A1
A1 Osnabrück-Hamburg km 184,0: Kulturschatz Artland
Artland ist die Landschaftsbezeichnung für eine von bäuerlicher Kultur geprägte Region zwischen den Orten Quakenbrück, Badbergen, Nortrup und Menslage.
Der Begriff taucht erstmals im Jahre 1309 auf. Ob er vom lateinischen arare für Pfügen, vom Germanischen “Ortland” für die ersten Siedler oder vom plattdeutschen “Aortland” für eine hier vorkommende Bodenschicht abstammt, ist bisher ungeklärt.
Heute steht der Begriff für eine Landschaft, die sich durch eine große Zahl prächtiger alter Fachwerkhöfe auszeichnet.
- Geologisch gesehen, besteht das Artland aus einem eiszeitlichen Schmelzwasserbecken, das durch das Flüsschen Hase langsam mit Schlemmland verfüllt und regelmäßig mit neuem Boden überflutet wird.
- Hier errichteten die Bauern des Artlands ihre Höfe und bringen es aufgrund der fruchtbaren Erde zu ansehnlichem Wohlstand. Es entstehen prachtvolle, einzeln gelegene Bauernhöfe mit malerischen Alleen, Herrensitze und bezaubernde Ortschaften – das Artland ist eine bäuerliche Landschaft wie aus dem Bilderbuch.
- Typisch sind die imposanten Eindachhöfe oder Niedersachsenhäuser. Unzählige dieser Höfe stehen unter Denkmalschutz – genauso wie viele weitere Gebäude im Artland. Über 6000 geschützte Baudenkmälder sollen im Artland insgesamt zu finden sein.
- Traditionelles Zentrum im Artland ist Quakenbrück – hier kann man im Stadtmuseum auch Beispiele der traditionellen Artländer Möbelkultur sehen.
Tipp
Die Artland-Orte Badbergen und Quakenbrück liegen 10 bzw. 15km westlich der Autobahn. Bei einer Landpartie dorthin, erhalten Sie bereits einen guten Eindruck von der Schönheit der Region.
Hintergründe
Triebfeder der Entwicklung des Artlands war die soziale Stellung der Bauern.
Über Jahrhundert hinweg waren sie wohl die einzigen freien Bauern auf deutschem Boden. So konnten Sie ihren Wohlstand mehren und brachten es auch zu ansehnlicher Bildung.
Entscheidend für die Erhaltung der herrschaftlichen Höfe war jedoch die Kontrolle der Geburtenrate. Im Erbfall kam es somit nicht zu einer Teilung sondern die großen Anwesen blieben erhalten, wurden gepflegt und ausgebaut.
Sie hörten einen Locopodia-Text, gesprochen von Wolfram Huke
