A2 o014 OB-H km442,5: Industriekultur - Schiffshebewerk in A2
A2 Oberhausen-Hannover, km 442,5: Industriekultur Schiffshebewerk
Das Schiffshebewerk Henrichenburg ist eins von knapp zehn Schiffshebewerken in Deutschland.
Die große Zeit dieser Hebewerke war die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Damals nahm die Industrialisierung volle Fahrt auf und der Transport über Wasserwege wurde zur kostengünstigen Alternative gegenüber der Eisenbahn.
- 1899 eröffnet Kaiser Wilhelm II. das Schiffshebewerk Henrichenburg. Die Anlage ist das Kernstück des neuen Dortmund-Ems Kanals, der Dortmund mit der Ems bei Meppen verbindet.
- Ganze 14 Meter Höhenunterschied werden an dieser Kanalstufe überwunden – in einer Art Aufzug für Schiffe. Lastkähne mit knapp 70 Meter Länge finden in dieser überdimensionierten “Badewanne” Platz und werden mitsamt dem umgebenden Wasser angehoben oder abgesenkt – eine gigantische Last von mehreren tausend Tonnen.
- Allerdings hilft ein technischer Trick beim Bewegen dieser Massen: Beim Absenken des Troges werden jedesmal riesige Schwimmer in tiefe, wassergefüllte Becken gedrückt. Der Auftrieb dieser Schwimmer reicht dann aus um das Hebewerk wieder auf die obere Lage zu befördern.So ist nur ein kleiner Motor mit ca. 150 PS erforderlich um die Reibungskräfte auszugleichen und das System in der Waage zu halten.
- 1962 wird dann eine neue, größere Anlage in Betrieb genommen – das alte Hebewerk Henrichenburg wird bald darauf stillgelegt. Heute ist auch das neue Werk durch eine moderne Schleusenanlage obsolet geworden.
Alle Bauwerke liegen im sogenannten Schleusenpark Waltrop unmittelbar nebeneinander. Das alte Hebewerk sowie zwei historische Schiffe im Unterhafen können besichtigt werden.
Sie hörten einen Locopodia-Text, gesprochen von Wolfram Huke
