A2 w040 H-OB km293,0: Porta Westfalica, Kaiser-Wilhelm-Denkmal in A2
A2 Hannover-Oberhausen, km 293: Porta Westfalica, Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Porta Westfalica ist die Bezeichnung für das Durchbruchstal der Weser. Auf einer Breite von 800 Metern tritt der Fluss hier zwischen dem Wiehengebirge auf der Westseite und dem Wesergebirge auf der Ostseite hindurch.
Seit 1973 trägt auch der Zusammenschluss der Gemeinden im Durchbruchstal den Namen ‘Porta Westfalica’.
Weithin sichtbar liegt an der Flanke des Wittekindsberges das “Kaiser-Wilhelm-Denkmal”. Es steht in einer Linie mit weiteren monumentalen Denkmälern, die nach dem Tode Kaiser Wilhelm I. in verschiedenen preußischen Provinzen errichtet wurden.
Wilhelm I. sollte dadurch als erster Deutscher Kaiser und Macher der deutschen Einigung verehrt werden.
Dem neuen Kaiser, Wilhelm II., konnte diese Verehrung seines Großvaters nur recht sein. Er sah seine Position durch diese Überhöhung der Monarchie nur gestärkt. So ließ er es sich denn auch nicht nehmen, dass Denkmal an der Porta Westfalica 1896 selbst einzuweihen.
Zu den weiteren Monumenten, die in dieser Zeit errichtet wurden, gehören z.B. die Kaiser-Wilhelm-Denkmäler am Deutschen Eck in Koblenz und auf dem Kyffhäuser.
Tipp
Von der Autobahn sind es ca. 7 km bis zum Parkplatz an der Denkmalgaststätte. Von dort sind es nur ein paar hundert Meter bis zum Denkmal.
Hintergründe
Johann Grässe hat 1868 im ‘Sagenbuch des Preußischen Staats’ folgende Sage aufgeschrieben.
Die Entstehung der Porta Westfalica
Einst in uralten Zeiten quälte der Teufel die Bewohner des Wesertales, ihm zu dienen; aber sie wollten nicht. Da dämmte er die Wallücke unweit Bergkirchen in der zum Kreis Herford gehörigen Herrschaft Vlotho, durch welche die Weser ihr Wasser in die Ebene nach Norden ergoss, zu, und nun schwoll der Strom im Tale an und stieg fast bis zur Krone des Gebirges. Die Leute retteten sich auf die Berge, aber immer höher wurde das Gewässer und immer größer die Not der armen Menschen. Schon hielt der Teufel sein Rachewerk für vollendet und alle Menschen für verloren, da kam plötzlich ein Gewitter und ein gewaltiger Sturm, ein Blitzstrahl spaltete das Gebirge und bildete eine Schlucht. Durch die Bergscharte floss das Wasser ab, und die Täler und Tiefen wurden nach und nach frei. Als der Teufel sah, dass ihm das Spiel verdorben war, geriet er in Wut, erhob sich in die Luft, eilte in die Höhe, packte einen ganzen Berg, nahm ihn auf den Rücken und wollte ihn in die Schlucht stopfen und so die Bergscharte zu’dämmen. Doch die Last wurde ihm unterwegs zu schwer; an der Grenze des heutigen Lippischen Landes fiel er mit seiner Bürde zu Boden, und die Masse begrub ihn.
Die Höhe heißt jetzt noch der Bohnstapel oder Bohenstapel, und noch soll der Teufel dort sitzen und von Zeit zu Zeit rumoren. Die Bergschlucht aber ist die Porta Westfalica.
Nach einer andern Sage ist das ganze Wesertal früher ein gewaltiger See gewesen, bis Gott ein Erdbeben geschickt hat, wo sich dann die Gewässer bei Hausberge Bahn gebrochen haben und zum Meere hinabgeströmt sind. Als dann das Land frei geworden ist, da hat man es zu bebauen angefangen und hat zuerst Ahe, dann Fischbeck, beide an der Weser, und dann Deckbergen am Fuße des Süntel gebaut; das sind die ersten Dörfer der Gegend gewesen.
Sie hörten einen Locopodia-Text, gesprochen von Wolfram Huke
