A2 w020 B-H km 85,0: Magdeburger Dom in A2
A2 Berlin-Hannover, km 85: Magdeburger Dom
Drei Superlative machen den Magdeburger Dom zum bedeutendsten historischen Bauwerk in Sachsen-Anhalt: Der Dom ist der erste gotisch angelegte Kathedralbau auf deutschem Boden, bis heute sind viele der ursprünglichen Schätze und Bauteile erhalten und der Dom ist die Grabstätte Otto I. – des ersten deutschen Kaisers.
- Auch die Ursprünge des heutigen Doms gehen auf Kaiser Otto I. zurück. Nach seiner Erhebung zum Kaiser lässt er in Magdeburg einen prächtigen Kirchenbau errichten. Als Ausdruck seines gottgewollten Herrschaftsanspruchs und als spätere Grabstatt. Im Jahre 973 wird er hier neben seiner Frau bestattet.
- Etliche Jahrhunderte später brennt der erste Dom vollständig nieder. Aber sofort beginnt im Jahre 1209 der Aufbau einer neuen Kathedrale. Die Konzeption im gotischen Stile ist damals dein Novum – die Gotik beginnt gerade erst zaghaft, sich von Frankreich aus in andere Länder auszudehnen.
- Bis das Gotteshaus fertig ist vergehen mehr als 300 Jahre – die Reformation ist bereits in vollem Gange und Magdeburg wird Mitte des 16. Jahrhunderts protestantisch.
- Im Dreißigjährigen Krieg wüten die Truppen des Generals Tilly in der Stadt, die Bürger verschanzen sich im Dom. Mehrere tausend Menschen sollen den Überfall so überlebt haben.
- Spätere Kriege und Machtwechsel fügen dem Dom einigen Schaden zu, werden aber immer wieder durch aufwendige Restaurierungen aufgefangen. Dank dieser Tatsache verfügt der Dom bis heute über bedeutende Kunstschätze. Erwähnenswert sind vor allem die gotischen Bildhauerarbeiten an der nördlich gelegenen Paradiespforte, das Chorgestühl aus dem 14. Jahrhundert und die noch durch Otto I. eingebrachten Ausstattungsgegenstände des ersten Domes.
Bei der friedlichen Revolution von 1989 wird der Dom zum Zentrum der Kundgebungen in Magdeburg.
Heute ist die Bischofskirche eine der beiden Hauptkirchen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Hintergründe
Eine der vielen Unterbrechungen beim Bau des Domes soll der Sage nach durch einen Schäfer verursacht worden sein, der einen Goldschatz gefunden hatte.
Der Schäfer habe diesen Schatz der Kirche zur Erweiterung des Baus vermacht und “ein großes Stück der Domkirche samt beiden Türmen auf seine Kosten aufführen lassen”.
Zum Dank dafür habe der Erzbischof über der sogenannten Paradiespforte im Norden das Bildnis des Schäfers mit seinem Knecht, Schafen und zwei Hunden in Stein hauen lassen, wie es noch heute zu sehen ist.
Sie hörten einen Locopodia Text, gesprochen von Wolfram Huke
