A3 s132 R-PA km600,0: Passau – die Dreiflüssestadt in A3
A 3 Regensburg-Passau km 600,0: Passau – die Dreiflüssestadt
Passau brennt! So schallte es im April 1662 durch die Gassen, als in der Stadt ein verheerendes Feuer wütete. Fast alle Häuser der Innenstadt waren aus Holz gebaut und wurden bis auf die Fundamente zerstört. Diesem Kahlschlag und dem darauf folgenden Wiederaufbau verdankt Passau heute seine geschlossene und farbenprächtige Innenstadt im Stil des Barock.
- Schon in der Bronzezeit siedelten Menschen im Bereich der heutigen Passauer Altstadt – bei dem exponierten Zusammenfluss von Donau, Ilz und Inn. Später bauten die Römer hier ein Militärlager auf. Aus dessen Name – Batavis – wurde später Passau.
- Im 8. Jahrhundert war die Stadt bereits Bischofssitz – später erlangten die Bischöfe als Fürstabtei auch die weltliche Herrschaft. Immer wieder kam es zu Aufständen der Bürger – die jedoch alle scheiterten. Erst mit der Säkularisation endete die Macht der Äbte in Passau.
- Nach dem Stadtbrand verlieh der italienische Baumeister Carlo Lurago, Passau seine südländisch wirkende Altstadt. Er war auch für den Wiederaufbau des Domes St. Stephan verantwortlich. Die prachtvollen Steinmetzarbeiten im Inneren des Gotteshauses wurden ebenfalls vornehmlich von italienischen Meistern ausgeführt. St. Stephan beherbergt die größte Kirchenorgel der Welt.
- Zu den Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt gehören das markante historische Rathaus, dessen Geschichte bis ins Jahr 1393 zurück. Ebenfalls beachtenswert sind die Jesuitenkirche St, Michael und die neue bischöfliche Residenz. Die spätbarocke Residenz zeigt deutlich wie mächtig und wohlhabend die Passauer Fürstbischöfe waren.
Tipp
Bis in die Stadt sind es von der Autobahn ungefähr 6km, dann erschließt sich alles Weitere zu Fuß. Wer einen beeindruckenden Blick über die Stadt und die drei Flüsse genießen will, kann sich auf die Veste Oberhaus links über der Donau begeben. Dies war die alte Residenz und Burg der Fürstbischöfe. Heute sind hier das Stadtmuseum und auch ein Burgcafé untergebracht. Straßenadresse ist Veste Oberhaus 125.
Hintergründe
Das Naturschauspiel an Mündung von Inn und Ilz in die Donau ist eindrucksvoll. Das Wasser des Inns aus den Alpen ist grünlich, das der Donau ist blau und die Ilz führt schwarzes Moorwasser aus dem Bayerischen Wald mit sich. Diese drei Farben sind nach dem Zusammenfluss noch weithin deutlich zu erkennen bevor sie sich vermischen.
Für Passau waren die drei Flüsse immer auch der Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg. Holz wurde die Ilz hinab getriftet oder in Flößen bis nach Wien transportiert. Auch der einträgliche Salzhandel lief über Passau. Die Schiffe, die über den Inn Salz aus den Salinen von Hallein oder Reichenhall nach Böhmen führten, mussten saftige Zölle an die Passauer Bischöfe zahlen.
Sie hörten einen Locopodia-Text, gesprochen von Wolfram Huke
