A3 n106 WU-F km234,5: Schloss Mespelbrunn in A3
A3 Würzburg – Frankfurt km 234,5: Schloss Mespelbrunn
Ehelich Lieb in Gott und stete Treu,
Bringt Glück und Segen ohn alle Reu.
Mit Ernst und Fleiss haben wir Gott vertraut,
Den Unseren zu Gut dies Haus gebaut.
Dieser Hausspruch über dem Turmportal von Schloss Mespelbrunn spielt vermutlich auf die Entstehung des Schlosses durch eine großzügige Schenkung an. 1412 überließ der Mainzer Erzbischof Johann II. diesen Platz seinem Forstmeister Ritter Hamann Echter für dessen treue Dienste.
Erbaut wurde das romantisch gelegene Schloss von dessen Nachkommen zunächst ab 1427 als wehrhafte Wasserburg. Als die Gefahr durch die im Spessart umherstreifenden Hussiten vorüber war, ließen die Besitzer das Schloss bis 1569 im Renaissancestil ausbauen. Dank seiner versteckten Lage konnte das Schloss sein Aussehen von Kriegen verschont bis heute unversehrt erhalten.
Populär wurde Schloss Mespelbrunn als Drehort für den Spielfilm „Das Wirtshaus im Spessart“ und als Motiv einer Sonderbriefmarke der Deutschen Bundespost.
Hintergründe
In der Sage heißt es, dass der Forstmeister Haman Echter im Jahr 1412 den Mainzer Erzbischof vor dem Verdursten rettete, indem er ihn zur Quelle „Espelborn“ schleppte. Dieser soll ihm aus Dankbarkeit „die Wüstung und Hofstätte Espelborn“ geschenkt haben.
Historisch belegt ist zumindest, dass in dieser Zeit der Ritter Haman Echter ein unbefestigtes Weiherhaus am Ort des heutigen Wasserschlosses errichten ließ.
Sein Sohn begann dann 1427 mit dem Bau einer Burg. Sieben Jahre später war Mespelbrunn vollendet.
Ein bedeutender Spross der Burgherren von Mespelbrunn war Julius Echter. Er wurde 1545 in der Burg geboren und mit 28 Jahren Fürstbischof von Würzburg. Dort gründete er zahlreiche Kirchen und die Würzburger Universität. Die von ihm initiierte Stiftung Juliusspital existiert bis heute.
Seit 1648 sind die Grafen von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn die Herren des Wasserschlosses und bewohnen den Südflügel.
Der
älteste erkennbare Bestand des Schlosses Mespelbrunn ist die Ummauerung und der
markante runde Bergfried aus der Zeit von 1434. Der zweite Rundturm und der
nördliche Flügel des Schlosses wurden 1564 erneuert.
1904 wurde das Wasserschloss architektonisch romantisiert.
Tipp
Das
Schloss liegt ungefähr 8 km von der A3 entfernt am Ende von Mespelbrunn in der Schlossallee.
Geöffnet ist von Karfreitag bis Allerheiligen täglich
bis 17:00 Uhr. Werktags wird von 12:00-13:00 zur Mittagspause geschlossen.
Sie hörten einen Locopodia-Text gesprochen von Wolfram Huke
