A3 s 96 R-PA km502,0: Walhalla in A3

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A3 Regensburg-Passau km 502,0: Walhalla

 

An den Donauhängen bei Donaustauf steht ein Marmortempel wie aus einer anderen Welt. Die Walhalla.
Ludwig I. von Bayern gab 1830 diese Ruhmeshalle in Auftrag – und ließ sich dabei von seiner Begeisterung für das antike Griechenland genauso inspirieren wie vom klassizistischen Zeitgeist.

 

  • Entworfen und gebaut wurde die Walhalla bis 1842 durch Leo von Klenze. Als Hofarchitekt Ludwig I. hat dieser auch den Königsplatz in München mit seinen griechisch anmutenden Bauten errichtet.
  • Die Walhalla gestaltete von Klenze nach dem Vorbild des Parthenon auf der Akropolis in Athen. Allerdings mit einer architektonischen Besonderheit - der Dachstuhl besteht aus Gusseisen.
  • Die Walhalla dient einzig und alleine als Ruhmes- und Ehrenhalle für bedeutende Persönlichkeiten. Während der Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts sollte diese Ausstellung die geistige Stärke der deutschen Kultur unterstreichen. Auch Persönlichkeiten aus anderen Ländern fanden damals aber schon Aufnahme in die Walhalla.
  • Die Bezeichnung Walhalla bedeutet eigentlich Totenhalle und hat ihren Ursprung in der germanischen Mythologie. In Walhall wohnten die tapfersten der gefallenen Krieger.
  • Aktuell sind 128 Marmorbüsten und 64 Gedenktafeln in der Ehrenhalle aufgestellt – von König Heinrich I. bis zu Sophie Scholl.

Tipp

Schon die Lage und der Blick von der Walhalla lohnen einen Abstecher - an schönen Tagen sieht man bis in die Alpen. Oder man betrachtet die Walhalla von der Burgruine Donaustauf aus. Diese im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Festung ist ebenfalls einen Besuch wert. Und das alles nur knapp 5 km von der Autobahnausfahrt entfernt.

 

 

Hintergründe

 

1842 eröffnete Ludwig I. die Walhalla mit den Worten„Möchte Walhalla förderlich sein der Erstarkung und der Vermehrung deutschen Sinnes! Möchten alle Deutschen, welchen Stammes sie auch seien, immer fühlen, dass sie gemeinsames Vaterland haben. Und jeder trage bei, soviel er vermag, zu dessen Verherrlichung!“

 

60 Büsten bedeutender deutschsprachiger Persönlichkeiten waren bei dieser Einweihung bereits fertig gestellt. Und außerdem ein Standbild Ludwig I. aus weißem Marmor.

 

Zur Aufnahme neuer Kandidaten hinterließ der König klare Regeln. Grundsätzlich kann jede bedeutende Persönlichkeit aus der »germanisch-deutschen« Sprachfamilie vorgeschlagen werden – allerdings frühestens 20 Jahre nach ihrem Tod. Explizit heißt es: "Kein Stand nicht, auch das weibliche Geschlecht nicht, ist ausgeschlossen. Gleichheit besteht in der Walhalla; hebt doch der Tod jeden irdischen Unterschied auf."

 

Um Eingaben kümmert sich heute das bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
Die letzten Neuaufnahmen sind: 2007 Carl Friedrich Gauß, 2008 Edith Stein und 2009 Heinrich Heine.

 

Sie hörten einen Locopodia-Text, gesprochen von Friederike Weede