A3 n118 F-K km136,0: Idstein – Nassauische Residenz in A3

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A3 Frankfurt-Köln- km 136,0: Idstein – Nassauische Residenz

Idstein ist heute mit gut 25 000 Einwohnern Mittelzentrum im Rheingau-Taunus-Kreis und aufgrund seiner entzückenden Altstadt ein beliebtes Ausflugsziel.
Über eine lange Zeit im letzten Jahrtausend hatte die Stadt eine herausgehobene Bedeutung – als Herrschaftssitz des Hauses Nassau-Idstein.
Das Adelsgeschlecht von Nassau geht ursprünglich auf die Standorte Laurenburg und Burg Nassau zurück. Aus diesem Gebiet zwischen Westerwald, Taunus und Lahn hat sich die Familie weit ausgedehnt – unter anderem als Könige der Niederlande oder als Großherzöge von Luxemburg.
In den Niederlanden lebt das Haus Nassau über die weibliche Linie weiter – in der männlichen Linie gilt das Adelsgeschlecht als erloschen.

  • 1102 wird Idstein erstmals urkundlich als „Etichenstein“ erwähnt. 1287 erhält der Ort von Rudolf von Habsburg die Stadtrechte verliehen.
  • Im 17. Jahrhundert ist die Stadt Schauplatz der Hexenverfolgung. Noch wesentlich später wird für den um 1170 erbauten Bergfried der Name Hexenturm gebräuchlich – wohl eher aus einer geschichtlichen Verklärung heraus als aufgrund einer wirklichen Funktion bei der Hexenverfolgung. Der Hexenturm gilt als das älteste Bauwerk und Wahrzeichen der Stadt.
  • Bis 1721 ist Idstein Residenzstadt der Grafen von Nassau-Idstein und damit Zentrum der Region. Heute ist in der ehemaligen Residenz ein Gymnasium untergebracht.

Tipp
Von der Autobahnausfahrt sind es nur wenige Kilometer bis in die Innenstadt. Wenn Sie der Beschilderung Stadtmitte und Parkhaus Hexenturm folgen, gelangen Sie direkt zur Residenz und zum Hexenturm. Vom Turm aus hat man einen schönen Blick über die Altstadt. Sonntags von 14.00-16.00 ist regelmäßig geöffnet, ansonsten erhält man den Schlüssel bei der Tourist-Information am circa 200m entfernen König-Adolf-Platz.

Hintergründe
Das gut erhaltene Schloss und die hübschen Fachwerkhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert animieren zu einem Spaziergang durch die Stadt. Anlässlich des Hessentag 2002 wurde ein Großteil der Innenstadt saniert, so dass die Häuser in farbenprächtiger Bemalung erstrahlen.

Besonders sehenswert sind die Gebäude am zentral gelegenen König-Adolf-Platz: das Schiefe Haus aus dem 17. Jahrhundert, heute Teil des Rathauses und das 1615 errichtete Killingerhaus. Das Killingerhaus gilt als eines der kunstgeschichtlich bedeutsamsten Fachwerkhäuser in Deutschland.

Die Unionskirche – von außen ein schmuckloser, weißer Bau – verblüfft durch ihre aufwändigen Deckengemälde. Für eine evangelische Kirche sehr ungewöhnlich wurde das Hauptschiff im ausgehenden 17. Jahrhundert mit Gemälden aus der Rubensschule vollständig verkleidet.

Sie hörten einen Locopodia-Text, gesprochen von Wolfram Huke