A7 s074 HH-H km141,0: Residenzstadt Celle in A7
A7 Hamburg-Hannover km 141: Residenzstadt Celle
Als Residenzstadt war die Stadt an der Aller bis 1705 Sitz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg.
Heute ist die Kreisstadt Celle Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum sowie auch vom Tourismus geprägt.
- Als „Kiellu“, was soviel wie Fischbucht bedeutet, ist Celle erstmals im Jahr 985 erwähnt.
- Unter Herzog Otto dem Strengen wird Celle ab 1292 dann planmäßig als Stadt angelegt. Das ist noch heute erkennbar: Alle großen Straßen sind auf die Burg ausgerichtet. Die einstige Auffahrt, die Zöllnerstraße zum Flanieren durch die Altstadt ein.
- Zur Residenzstadt wir Celle 1378. In diesem Jahr verlegen die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg ihren Sitz hierher. Die bestehende Burganlage bauen sie zu ihrem Residenzschloss aus. 100 Jahre später wird das Schloss unter Friedrich dem Frommen nochmals deutlich erweitert. Es erhält dabei seine heutigen Dimensionen. Die Baumaßnahmen in der Folgezeit beschränken sich dann auf die Ausschmückung des Schlosses. Immer wieder wird es dem Geist der Zeit angepasst. Bis hin zu den barocken Ausgestaltungen Ende des 17. Jahrhunderts, die das heutige Erscheinungsbild prägen.
- 1705 stirbt die Linie der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg aus. Celle fällt als Erbe an die hannoverschen Welfen, das Schloss verliert an Bedeutung. Die Stadt aber erhält als Ausgleich für den Verlust ihres Status als Residenzstadt verschiedene Verwaltungseinrichtungen und entwickelt sich zur Beamten- und Juristenstadt. Aus dieser Zeit stammt die Legende, die Celler Bürger hätten damals lieber das Zuchthaus anstelle einer Universität nach Celle geholt: Um die Unschuld ihrer Töchter zu schützen waren ihnen eingesperrte Ganoven angeblich lieber als frei laufende Studenten.
Über 450 denkmalgeschützte Gebäude sind bis heute im Stadtkern erhalten. Mit seinen originalgetreu restaurierten Straßenzügen verfügt Celle über das größte erhaltene Fachwerkensemble Europas.
Tipp:
Bevor man nach Celle abfährt, sollte man hier vielleicht doch einmal kurz auf die Karte schauen. Auf der Bundesstraße 3 gelangt man in einem weiten Bogen nach Celle und wieder zur A7. Insgesamt zwar kaum ein – aber eben doch etwas anderes als ein kurzer Abstecher.
Sie hörten einen Locopodia-Text, gesprochen von Wolfram Huke
