A8 w040 M-UL km 7,5: Barockkirche Fürstenfeld in A8
"A8
München-Ulm km 7,5: Barockkirche Fürstenfeld"
Ein
Locopodia-Text, gesprochen von Wolfram Huke
Die Barockkirche Fürstenfeld gehört zum
einstigen Zisterzienser-Kloster Fürstenfeld, gegründet im 13. Jahrhundert vom bayerischen
Herzog Ludwig II.
Die heutigen Klostergebäude stammen aus der Zeit um 1700 ebenso die Kirche
Mariä Himmelfahrt, die als ein Hauptwerk des süddeutschen Spätbarock gilt.
- Baumeister der Kirche ist Antonio Viscardi. Er betreut den Bau von 1700 bis 1713, dann stirbt er 68jährig in München.
- Unterbrochen durch den Spanischen Erbfolgekrieg ziehen sich die Arbeiten hin. Erst 1741 wird die Kirche geweiht, vollständig fertiggestellt ist sie 1766.
- Zahlreiche berühmte Künstler haben an dem Gotteshaus mitgewirkt. Von Cosmas Damian Asam stammen die Deckenfresken, sein Bruder Egid Quirin Asam hat die mittleren Seitenaltäre geschaffen.
- Die Gestaltung der Emporengänge weist auf Viscardis Handschrift hin. Die umlaufende Ausführung wurde vor allem von italienischen Meistern eingesetzt.
- Die Orgel aus dem Jahr 1736 ist das einzige erhaltene Werk des Orgelbauers Johann Fux – bei etlichen Konzerten ist die Orgel zu hören. Das reichhaltige Kirchenmusikprogramm finden Sie auf der Website des Klosters.
Tipp
Bis zum Klosterareal sind es ab der
Ausfahrt etwa 10 Kilometer. Besichtigen kann man nur die Kirche, die
Klostergebäude werden von der Fachhochschule der bayerischen Polizei genutzt.
Aber dafür gibt es ein zünftiges Klosterstüberl. Und auch der Stadtplatz von Fürstenfeldbruck
ist mit Rathaus und alten Bürgerhäusern einen Abstecher wert.
Hintergründe
Im Jahr 1256 – der Herzog Ludwig befand sich gerade auf Kriegszug - kam es zu einer folgenschweren Verwechslung. Aus fehlgeleiteten Briefen schloss der Herzog eine Untreue seiner Frau. In blinder Wut eilte er nach Hause, ließ seine Frau und einige andere umbringen.
Später erkannte Ludwig, dass er seine Frau wohl zu unrecht verdächtigt hatte. Als Sühneleistung legte ihm Papst Alexander IV. auf, ein Kloster zu stiften.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde das ursprüngliche Kloster dann schwer zerstört. Die heutigen Gebäude stammen aus dem Wiederaufbau im Zeitalter des Barock.
Im Zuge der Säkularisierung verhindert nur das Eingreifen der Bürger von Bruck, dass die Kirche abgerissen wird. Die Klostergebäude werden verkauft. Später werden sie erst militärisch und dann von der bayerischen Polizei genutzt, seit 1975 als Fachhochschule.
In dem Kloster, das durch einen Mord aufgrund falscher Eifersucht geschaffen wurde, lernen nun Kommissare das Ermitteln.
