A8 w042 M-UL km 8,5: Stadt Dachau in A8

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A8 München-Ulm km 8,5: Stadt Dachau
Ein Locopodia-Text, gesprochen von Friederike Weede

 

Dachau ist mit 40.000 Einwohnern neben Freising die zweitgrößte Stadt im Münchner Umland. Als Dahauua – keltisch für "lehmige Aue" ist die Stadt 805 erstmals urkundlich erwähnt.

Später wählten sich die Wittelsbacher Fürsten die Stadt zu ihrem Sommersitz. Als fürstliche Residenz wurde 1577 das Dachauer Schloss errichtet. Von dem einst vierflügeligen Renaissancebau ist jedoch nur noch eine Seite erhalten. Die anderen Gebäudeteile mussten abgerissen werden – durch die Einquartierung napoleonischer Truppen waren sie zu schwer beschädigt worden.

Der im erhaltenen Südwestflügel befindliche Saal hat eine prächtige Holzdecke aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Er gilt als einer der schönsten Renaissancesäle nördlich der Alpen und wird häufig für Konzerte genutzt.

 

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelte sich in der Künstlerkolonie Dachau bedeutende Maler an. Persönlichkeiten wie Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt kamen hierher um jenseits der großen Städte zu arbeiten und sich von der Natur des Dachauer Moos inspirieren zu lassen.

 

In trauriger Berühmtheit ist der Name Dachau mit einem der ersten Konzentrationslager der Nationalsozialisten verbunden. Heinrich Himmler - damals kommissarischer Polizeipräsident in München - gab im März 1933 die Errichtung dieses Lagers bekannt. Nur wenige Wochen, nachdem Hitler zum Reichskanzler ernannt worden war.

Das KZ in Dachau diente zunächst vor allem zur Einschüchterung politischer Gegner. Seine Existenz wurde keinesfalls verschwiegen sondern ganz im Gegenteil öffentlich z.B. in Pressekonferenzen bekannt gemacht. Schon im April 1933 kam es zu den ersten Morden an den Gefangenen.
Dachau war Modell für alle weiteren KZs und diente als Ausbildungscamp der SS-Totenkopfverbände, die die Lager bewachten.

Auch wenn Dachau nie Vernichtungslager war, so wurden von insgesamt ca. 200.000 Insassen dennoch über 43.000 ermordet oder starben an den Folgen des Lageraufenthalts.

Heute ist das ehemalige Konzentrationslager eine Gedenkstätte. Über 800.000 Besucher pro Jahr gedenken im Angesicht der zynischen Inschrift "Arbeit macht frei" der Schrecken des Naziregimes.

 

Das Gelände liegt etwa 8 km von der Ausfahrt Dachau/Fürstenfeldbruck entfernt in der Alten Römerstraße 75. Öffnungszeiten sind täglich außer montags von 9:00 bis 17:00 Uhr.