A8 o 38 KA-UL km144,0: Blautopf Blaubeuren in A8
A8 Karlsruhe-Ulm km 144: Blautopf Blaubeuren
Eduard Möricke beschreibt im Jahre 1855 den Blautopf wie folgt:
"Im Schwabenlande, auf der Alb, bei dem Städtlein Blaubeuren, dicht hinter dem alten Mönchskloster, sieht man nächst einer jähen Felsenwand den großen runden Kessel einer wundersamen Quelle, der Blautopf genannt. Gen Morgen sendet er ein Flüsschen aus, die Blau, welche der Donau zufällt. Dieser Teich ist einwärts wie ein tiefer Trichter, sein Wasser von Farbe ganz blau, sehr herrlich, mit Worten nicht wohl zu beschreiben wenn man es aber schöpft, sieht es ganz hell aus in dem Gefäß."
Dies sind die ersten Zeilen der Erzählung „Historie von der schönen Lau“. Wie viele andere Künstler war auch Möricke von der mysteriösen Schönheit des Blautopfs fasziniert.
- In alten Zeiten glaubten die Menschen, dass der
Blautopf keinen Grund habe. In gewissem Sinne stimmt dies sogar – denn hinter
dem Quelltopf liegt ein weit verzweigtes Höhlensystem. Erst 1718 wurde durch
eine Lotung die Tiefe des Blautopfes gemessen:
21 Meter Tiefe bei einem Durchmesser von 35 Metern. - Geologisch gesehen ist der Blautopf eine Karstquelle, aus der
versickertes Wasser von der Schwäbischen Alb wieder zu Tage tritt.
Seine tiefblaue Farbe wurde früher damit begründet, dass täglich jemand ein Fässchen Tinte in den See kippt. Heute erklärt man das Phänomen weniger romantisch mit den Streuungseigenschaften des kalkgesättigten Wassers. - Erst 1957
standen Taucher zum ersten Mal am Grund des Blautopfes.
Aufgrund seiner Tiefe und der anspruchsvollen Tauchbedingungen, kam es in der Folge immer wieder zu tödlichen Unfällen. Heute dürfen hier nur noch spezialisierte Höhlenforscher mit Sondergenehmigung tauchen.
Bekannt wurde vor allem das Team um Jochen Hasenmeyer, der 1985 eine große luftgefüllte Halle im Höhlensystem entdeckte – und sie Mörickedom taufte.
Tipp
Mit gut 15km südlich der Autobahn, ist der Blautopf nicht mehr wirklich als kleiner Abstecher zu bezeichen. Wer allerdings ohnehin nach Süden unterwegs ist, kann nach dem Besuch über die B28 nach Ulm fahren und später wieder auf die A7.
Sehenswert ist auch das ehemalige Kloster direkt am Blautopf. In der Klosterkirche befinden sich ein spätgotisches Chorgestühl und ein Hochalter aus dem Jahr 1493.
Hintergründe
Der Blautopf ist ein Ort der Sagen und Legenden:
Nach der Erzählung von Eduard Möricke wurde die Nixe im Blautopf von
ihrem Mann, dem Donaunix, in den Blautopf verbannt, da sie nicht lachen kann.
Erst wenn sie fünfmal herzhaft gelacht hat, darf sie wieder zurückkehren.
Alle Versuche, mit einem Bleilot die Tiefe des Blautopfs zu
messen, sollen früher von der Nixe vereitelt worden sein. Bei jeder Messung
stahl sie das Blei und warf es fort.
Ein Felsen unweit des Blautopfs trägt daher den Namen 'Klötzle Blei'.
Und in der Umgebung wird gerne ein schwäbischer Zungenbrecher erzählt:
Glei bei Blaubeira leit a Kletzle Blei - ´s leit a Kletzle Blei glei bei Blaubeira.
