A8 o 34 KA-UL km245,5: Weltkulturerbe Kloster Maulbronn in A8

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A 8 Karlsruhe-Ulm km 245,5: Weltkulturerbe Kloster Maulbronn

Kloster Maulbronn ist eine ehemalige Abtei der Zisterzienser – heute kann die Anlage als Baudenkmal und klösterliches Museum besichtigt werden.
Obwohl Maulbronn seit 1556 nicht mehr als Kloster genutzt wird, gehört es zu den am besten erhalte-nen mittelalterlichen Klosteranlagen nördlich der Alpen.

  • 1138 gründen elsässische Zisterziensermönche das Kloster und erhalten später von Kaiser Friedrich Barbarossa die Reichsunmittelbarkeit zugesprochen – ein Privileg, das vor allem wirtschaftliche Unabhängigkeit bedeutet.
  • In weiten Teilen ist die frühgotische Bausubstanz bis heute erhalten – der Übergang von der massiven Bauweise der Romanik zur filigranen Gotik ist gut zu erkennen.
  • Ein faszinierendes Detail ist das aus einem Steinblock gemeißelte romanische Kruzifix in der Klosterbasilika. Es ist so exakt ausgerichtet, dass nur am 21. Juni, dem längsten Tag im Jahr, die Sonnenstrahlen die Dornenkrone des Christus beleuchten.
  • 1504 erobert Herzog Ulrich von Württemberg den Konvent, die Abtei verliert damit ihre Autonomie.
  • 30 Jahre später führt der Herzog die Reformation in Württemberg ein und in der Anlage wird eine Klosterschule eingerichtet. Bedeutende Wissenschaftler und Schriftsteller drücken hier die Schulbank. So zum Beispiel der Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse und der Astro-nom Johannes Keppler.

Tipp
Das ehemalige Kloster kann täglich bis 17:30h besichtigt werden – nur in den Wintermonaten bleibt montags geschlossen und die Öffnungszeit geht nur bis 17 Uhr. Von der Autobahn bis zum Kloster sind es gute 15 Kilometer.

Hintergründe
Um das Kloster Maulbronn ranken sich etliche Sagen.
Die Gründungssage erzählt, Walter von Lomersheim habe einstmals einem Maultier einen Geldsack aufgeladen und beschlossen, dort wo es anhalte und die Last abwerfe, ein Kloster zu erbauen.
Das Tier wandte sich an den Ort, der nun Maulbronn genannt wird und brachte dort durch heftige Huf-schläge aus dem Fels auch einen Quell hervor.
Einer weiteren Erzählung zufolge sollen hier die schwäbischen Maultaschen erfunden worden sein. Vor langer Zeit wurde den Ordensbrüdern währende der Fastenzeit ein ordentliches Stück Fleisch geschenkt. Doch was sollten sie damit anfangen, wo doch der Herrgott Entsagung von allen Genüs-sen verordnet hatte? Ein findiger Mönch kam also auf die Idee, das Fleisch klein zu schneiden und mit Spinat, Kräutern und Gewürzen zu vermischen. Und wenn man den Brei dann noch in einem Teigmantel versteckt, würde das wohl nicht weiter auffallen.
Im Volksmund werden die Maultaschen aufgrund dieser Herkunft auch Herrgottsb’scheißerle genannt.

Sie hörten einen Locopodia-Text, gesprochen von Friederike Weede