A9 s016 B-G km 57,0: UNESCO Welterbe Lutherstadt Wittenberg in A9
A9 Berlin – Gera, km 57: Lutherstadt Wittenberg
Wittenberg ist die Geburtsstadt der Reformation. Am 31. Oktober des Jahres 1517 schlug hier Martin Luther seine 95 Thesen an die schwere Tür der Schlosskirche.
Die Reformationsstätten in der Wittenberger Altstadt sind weltberühmt und gehören zum UNESCO-Welterbe.
- Im 16. Jahrhundert wächst Wittenberg zu einer starken Festung und gehört zu den politisch, künstlerisch und kulturgeschichtlich bedeutendsten deutschen Städten.
- Zu verdanken ist dies Friedrich dem Weisen, der als sächsischer Kurfürst die erste weltliche Universität des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation gründet. Damit wird Wittenberg zu einem Anziehungspunkt für Denker und Künstler, prominente Gelehrte und bedeutende Studenten.
- Besonders nach Luthers Thesenanschlag, schwingt sich die Stadt zu wirtschaftlicher und intellektueller Größe auf. Von diesem „Rom der Protestanten“ gehen für die ganze Welt entscheidende Impulse aus.
- Der Dreißigjährige Krieg, Napoleons Sieg bei Jena und Auerstedt 1806 und die Befreiungskriege bescheren Wittenberg düstere Stunden. Die Bevölkerung schrumpft um ein Drittel.
- Nach dem Wiener Kongress 1815 wird Wittenberg preußisch, verliert den Status einer Universitätsstadt und geht den Weg einer bedeutungslosen Garnisonsstadt.
Heute hat die 47.000-Einwohner-Stadt im Osten Sachsen-Anhalts das typische Schicksal vieler ostdeutscher Städte hinter sich. Nach der herbeigesehnten Wende wurden große Betriebe stillgelegt, die Massenarbeitslosigkeit griff um sich. Langsam aber erholt sich die Stadt und entwickelt sich zu einem touristisch interessanten Wallfahrtsort der Reformation.
Tipp
Die Wohnhäuser von Martin Luther und Philipp Melanchthon sowie Stadt- und Schlosskirche zählen als Luthergedenkstätten seit 1996 zum UNESCO-Welterbe und lohnen einen Besuch. Die Schlosskirche mit der “Thesentür” wurde 1884 zu einer Reformationsgedenkstätte umgestaltet. Die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien war die Predigerkirche Martin Luthers und birgt Werke von Vater und Sohn Lucas Cranach. Doch auch die alte Universität, die Cranachhöfe und eine nach Entwürfen Hundertwassers gestaltete Schule sind sehenswert.
Sie hörten einen Locopodia, gesprochen von Wolfram Huke
