Geschichte Berlins: Teilung und Wiedervereinigung in Berlin
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Ein Locopodia-Text, gesprochen von Christian Eckert.
Die geteilte Stadt
Bereits kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs hatten die Alliierten in der Konferenz von Jalta festgelegt, Berlin in vier Sektoren aufzuteilen und diese gemeinsam zu regieren.
Schon bald kam es dabei jedoch zu politischen Konflikten zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion. Die zunehmende politische Eigenständigkeit und wirtschaftliche Abkopplung der westlichen Sektoren waren der Sowjetunion ein Dorn im Auge.
Im Juni 1948 blockierten daher sowjetische Truppen sämtliche Straßen- und Schienenverbindungen aus dem Westen nach Berlin. Damit sollten die westlichen Sektoren gezwungen werden, mit Russland zu kooperieren und erforderliche Güter aus der sowjetischen Zone zu beziehen.
Die Regierung der Vereinigten Staaten reagierte jedoch mit dem Aufbau der berühmten Luftbrücke, über die Nahrung, Heizstoffe und andere Versorgungsgüter in die Stadt eingeflogen wurden. Die Flugzeuge wurden bald als Rosinenbomber bezeichnet. Neben der Fracht soll dies auch daher kommen, dass die Piloten bei der Landung gelegentlich Süßigkeiten aus dem Fenster warfen.
Das Ziel der Sowjets West-Berlin wirtschaftlich zur Kooperation mit dem sowjetischen Sektor zu zwingen, misslang gründlich. Nach 15monatiger Versorgung aus der Luft wurde die Blockade aufgehoben.
Mit der Gründung der Bundesrepublik im Mai 1949 und der Deutschen Demokratischen Republik im Oktober desselben Jahres war die unterschiedliche Entwicklung der Berliner Sektoren endgültig besiegelt.
Dabei entwickelte sich im Ostteil eine zunehmende Auflehnung gegen die Machthaber. Am 17. Juni 1953 eskalierte ein Protest von 60 Bauarbeitern. Aus dem anfänglichen Unwillen gegen erhöhte Arbeitsnormen wurde ein Volksaufstand, dem sich immer mehr Ostberliner und auch solidarische Westberliner anschlossen.
Die DDR Regierung sah sich der Entwicklung hilflos gegenüber und rief sowjetische Truppen zu Hilfe. Diese schlugen den Aufstand mit Waffengewalt und Panzern brutal nieder. Bei den Straßenkämpfen kamen über 150 Menschen ums Leben.
Im August 1961 begann die ostdeutsche Regierung mit dem Bau der Berliner Mauer, dem Antifaschistischen Schutzwall. Die Mauer sollte die Immigration der ostdeutschen Bevölkerung in den Westen verhindern, da die DDR wirtschaftlich und personell auszubluten drohte.
Mit dem Mauerbau wurde auch der Status Quo von West-Berlin entschieden – die Sowjetunion gab damit ihre Forderung nach einer entmilitarisierten, „freien“ Stadt West-Berlin auf.
1963 thematisierte Präsident Kennedy das von der Mauer umgebene Westberlin als Sinnbild der Freiheit und sprach vor dem Rathaus Schöneberg den berühmten Satz „Ich bin ein Berliner“.
Im Viermächteabkommen von 1971 bekräftigten die Alliierten die gemeinsame Verantwortung für ganz Berlin und stellten klar, dass West-Berlin kein Bestandteil der Bundesrepublik sei. Gleichzeitig wurde die Erreichbarkeit Berlins über die Transitwege zugesichert.
Westberlin wurde von der Bundesrepublik massiv subventioniert um eine Abwanderung zu vermeiden und um propagandistische Wirkung in der DDR zu entfalten. Andererseits wurden auch in Ostberlin rund 50 Prozent des Haushalts aus der Staatskasse finanziert.
Der Kurfürstendamm im Westen und der Alexanderplatz im Osten wurden zu den neuen Zentren der geteilten Stadt.
Wiedervereinigung
Für die Wiedervereinigung spielte die Haltung es damaligen Präsidenten der Sowjetunion Michail Gorbatschow eine wichtige Rolle. Im Oktober 1989 deutet er in einer Rede an, dass er eine restriktive Haltung gegenüber den DDR-Flüchtlingen, die zu diesem Zeitpunkt über die Grenzen von Ungarn und der Tschechoslowakei flüchteten, nicht zulassen würde.
Damit schien auch eine brutale Niederschlagung der Demonstrationen in der gesamten DDR unwahrscheinlich.
Am 9. November 1989 kam es zur Öffnung der Mauer. Grenztruppen am Übergang Bornholmer Straße hatten eine Pressekonferenz falsch verstanden und angenommen, das Politbüro habe eine Öffnung der Grenzen verkündet. Daraufhin gaben sie der auf Ausreise drängenden Menschenmenge nach und öffneten die Schranken.
Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich die Maueröffnung zum ausgelassenen Volksfest. Berliner aus beiden Teilen der Stadt tanzten auf der Mauer am Brandenburger Tor.
Am 3. Oktober 1990 wurde Deutschland und damit auch Berlin wiedervereinigt. Mit der Zustimmung zum Vereinigungsvertrag verzichteten die Alliierten zudem auf ihre Kontrolle über Berlin, das damit erst jetzt Bestandteil der Bundesrepublik wurde.
1991 wurde Berlin zur Hauptstadt bestimmt. Übergangsweise diente jedoch noch bis zur Jahrtausendwende Bonn als Sitz von Bundestag und Bundesrat.
