Checkpoint Charlie in Berlin

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Ein Locopodia-Text, gesprochen von Christian Eckert

Checkpoint Charlie war während der Teilung Berlins einer der bekanntesten Übergänge zwischen Ost- und West-Berlin. Von 1945 bis 1990 verband er den sowjetischen mit dem amerikanischen Sektor.

Geschichte
Der Checkpoint war einer von drei durch die Amerikaner genutzten Kontrollpunkte. Alle Übergänge waren nach den Buchstaben des 1956 eingeführten Flugfunkalphabets benannt. Checkpoint Alpha bezeichnete den Übergang Helmstedt-Marienborn, Checkpoint Bravo den Kontrollpunkt Dreilinden-Drewitz.

Die Bezeichnung Checkpoint bzw. Kontrollpunkt anstelle von “Grenzübergang” drückte aus, dass von westlicher Seite die völkerrechtliche Legitimität einer Grenze zwischen Ost- und Westberlin nicht anerkannt wurde.

1961 kam es am Checkpoint Charlie zum Eklat. Entgegen der Vereinbarung aus Potsdamer Konferenz, die allen Alliierten Bewegungsfreiheit in allen Teilen Berlins zusicherte, begannen der Mauer sowjetische Posten nur zwei Wochen nach Errichtung der Mauer amerikanische Diplomaten am Checkpoint Charlie zu stoppen und zu kontrollieren. Dieser Konflikt soweit hoch, dass sich am 27. Oktober 1961 sowjetische und amerikanische Panzer am Checkpoint Charlie gefechtsbereit gegenüber standen. Durch eine direkte Vermittlung zwischen Kennedy und Chruschtschow konnte die Krise dann jedoch diplomatisch gelöst werden.

Checkpoint Charlie war auch Schauplatz dramatischer Fluchten aus der DDR.
Besonders ergreifend war der Fluchtversuch 1962 von Peter Fechter. Fechter wurde im Todesstreifen von mehreren Schüssen getroffen und verblutete vor den Augen der westlichen Beobachter.

Eine weitere spektakuläre Protestaktion wurde 2007 im Fernsehfilm ‘Die Frau vom Checkpoint Charlie’ verfilmt: 1984 erreichte Jutta Fleck durch beharrliche Demonstrationen am Checkpoint Charlie eine Ausreisegenehmigung für ihre Töchter.

Entwicklung nach der Wende
Nach dem Mauerfall wurde der Kontrollpunkt im Sommer 1990 abgebaut.
Ein originalgetreuer Nachbau der ersten Kontrollbaracke erinnert jedoch an den Übergang.

Heute ist der Checkpoint Charlie einer der wenigen erhalten Originalschauplätze der Berliner Teilung und zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Berlin. Im Mauermuseum am Checkpoint Charlie sind weitere Dokumente der Teilung und von Fluchtversuchen ausgestellt.

Auf dem historischen Gelände des Übergangs gibt eine Open-Air-Ausstellung kostenlos Auskunft zu verschiedenen Themen:

  • Entwicklung des Kontrollpunkts vom einfachen Kontrollhäuschen zur mehrspurigen Abfertigungsanlage
  • Berichte von zahlreichen Fluchten am Grenzübergang
  • Darstellung des Checkpoint Charlie als Ort der internationalen Blockkonfrontation – hier ist zu sehen, wie sich 1961 sowjetische und amerikanische Panzer gegenüber standen
  • Informationen zu weiteren Erinnerungs- und Gedenkorte zum Thema Deutsche Teilung und Berliner Mauer