Schloss Charlottenburg in Berlin
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Ein Locopodia-Text, gesprochen von Christian Eckert
Die Lietzenburg – wie Schloss Charlottenburg ursprünglich hieß – wurde zunächst als Lustschloss für Sophie Charlotte die Gemahlin Friedrich I. erbaut. Erst die Ernennung Friedrichs zum König lieferte1701 den Anlass für die repräsentativen Erweiterungen.
Zu Ehren von Sophie Charlotte wurde es nach deren Tod in Charlottenburg umbenannt.
Geschichte
Die Lietzenburg war ein Geschenk von Friedrich I. an seine Gattin Sophie Charlotte. 1695 bis 1699 wurde sie nach Plänen von Arnold Nering als kleines Garten- und Lustschlösschen erbaut.
Sophie Charlotte nutzte dieses Sommerschloss um sich immer stärker aus der Berliner Stadtresidenz zurückzuziehen. Einerseits war die weltoffene, intellektuelle Frau mit der Politik am Berliner Hof nur wenig einverstanden, andererseits blieb auch ihre dynastisch veranlasste Ehe mit Friedrich I. stets unglücklich.
Nach der Krönung Friedrichs 1701 zum König war es jedoch mit der Ruhe vorbei. Der König ließ die Lietzenburg durch Eosander von Göthe zu einem repräsentativen spätbarocken Schloss nach Versailler Vorbild erweitern. Der Mittelbau mit seinen 11 Fensterachsen wurde durch Seitenflügel ergänzt und vor dem Schloss wurde ein Ehrenhof wurde angelegt. Auch die charakteristische, etwas zu groß geratene Kuppel entstand wohl in dieser Zeit.
Sophie Charlotte nutzte die neue Pracht, um regelmäßig Bälle und Maskeraden für die Hofgesellschaft zu veranstalten. Erst nach ihrem Tod 1705 erhielt das Schloss allerdings den Namen Charlottenburg.
Diese ehrenvolle Umbenennung hatte aber weniger romantische als taktische Gründe. Da Friedrichs eigene Linie keine herausragenden Ahnen oder große Taten zu verzeichnen hatte sollte die reiche dynastische Tradition seiner verstorbenen Frau auf ihn abfärben. Daher glorifizierte er sie und ihre Abstammung aus dem Hause Hannover.
Nach dem Tode Friedrichs I. im Jahr 1713 verebbte das Interesse des Hofes an Schloss Charlottenburg. Dies ändert sich schlagartig, als Friedrich Der Große 1740 die Macht übernahm. Sofort machte er Charlottenburg zu seiner Residenz. Offensichtlich fühlte er sich diesem Ort, an dem seine hoch gebildete Großmutter Sophie Charlotte gelebt hatte sehr verbunden.
Er ließ Räume im Obergeschoss des Mittelbaus für sich herrichten und gleichzeitig das Schloss durch seinen Architekten von Knobelsdorff im Stil des Rokoko erweitern. Hierbei entstand der sogenannte Knobelsdorff-Flügel. Bald verlagerte sich Friedrichs Interesse jedoch auf das 1747 fertiggestellte Schlosse Sanssouci bei Potsdam.
Als letzte Bauteile kamen Ende des 18. Jahrhunderts das Schlosstheater und die Kleine Orangerie von Carl Gotthard Langhans hinzu. Im Schlosstheater wurden unter anderem Stücke von Goethe und Lessing aufgeführt.
Im 19. Jahrhundert kam es noch zu vereinzelten Umgestaltungen von Innenräumen, jedoch zu keinen größeren Baumaßnahmen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss teilweise zerstört, bereits ab 1945 jedoch wieder aufgebaut.
Heutige Nutzung
Schloss Charlottenburg ist heute als Museum zu besichtigen. Zu sehen sind z.B. die Wohnung Friedrichs des Großen, Kroninsignien Friedrich I. und seiner Gemahlin Sophie Charlotte sowie Porzellan und zahlreiche Gemälde.
Im ehemaligen Schlosstheater befindet sich das Museum für Vor- und Frühgeschichte; in der kleinen Orangerie ist ein Restaurant untergebracht.
Separat zu besichtigen sind die KPM-Porzellansammlung des Landes Berlin im Belvedere sowie der Neue Pavillon.
