Denkmal für die Ermordeten Juden Europas in Berlin

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Ein Locopodia-Text, gesprochen von Christian Eckert

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, kurz Holocaust-Mahnmal, erinnert an die unter der Herrschaft des Nationalsozialismus ermordeten Juden.
Das Bauwerk im Zentrum Berlins wurde 2005 fertiggestellt, der Entwurf stammt von Peter Eisenman.

Entstehung des Denkmals
1988 regte die deutsche Fernsehjournalistin und Publizistin Lea Rosh den Bau des Denkmals an. Über einen Förderkreis gewann die Idee zunehmend an Unterstützung, so dass 1994 ein Wettbewerb zur Gestaltung des Denkmals ausgeschrieben werden konnte.
Nach einem ersten Wettbewerb einigten sich alle Beteiligten auf einen Entwurf von Christine Jackob-Marks. Dieser sah eine riesige, schiefe Betonebene mit eingemeißelten Namen der Opfer vor.
Bundeskanzler Helmut Kohl lehnte diesen Entwurf jedoch ab.

Nach einer erneuten Ausschreibung wurde der Entwurf der New Yorker Künstler Peter Eisenman und Richard Serra angenommen. Nachdem in der Folge prominente Persönlichkeiten mehrfach in den Entwurf eingriffen, zog sich Serra 1998 aus dem Projekt zurück.

Ende 2003 kam es zu einer Unterbrechung der Arbeiten, nachdem bekannt geworden war, dass für den Bau Produkte der Degussa AG verwendet wurden. Deren Tochterfirma Degesch hatte während der Zeit des Nationalsozialismus das Giftgas Zyklon B zur Ermordung von Juden hergestellt.
Allerdings war der Baustopp im Alleingang durch die Initiatorin verfügt worden, was massive Kritik auslöste. Unter anderem wurde vorgebracht, dass gerade die Degussa ihre Vergangenheit vorbildlich aufgearbeitet habe. Wenig später beschloss daher das Kuratorium den Weiterbau unter Beteiligung der Degussa.

Die Eröffnung des Mahnmals und des Orts der Information fand am 10. Mai 2005 statt.

Öffentliche Auseinandersetzung
Die Entstehung des Denkmals war begleitet von kontroversen öffentlichen Diskussionen. Einige Äußerungen öffentlicher Persönlichkeiten geben einen Eindruck von der schwierigen Annäherung an dieses sensible Projekt:

  • Paul Spiegel, ehemaliger Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sagte: „Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas ist zwar kein authentischer Ort. Und doch hoffe ich, dass dieses Denkmal Herz und Gewissen jeder Besucherin und jeden Besuchers erreicht.“
  • Der Bundestagspräsident a.D., Wolfgang Thierse, sagte: „Das Denkmal ist nicht der steinerne Schlussstrich unseres öffentlichen Umgangs mit unserer Nazi-Geschichte.“
  • Shimon Stein, Israelischer Botschafter, sagte: „Es bleibt mir eigentlich nur zu hoffen, dass man da reingeht und man nicht mehr so rauskommt, wie man reingegangen ist.“
  • Adolf Muschg, Präsident der Berliner Akademie der Künste, sagte: „Einstweilen fühle ich mich nur überwältigt und ratlos. Vielleicht muss das so sein.“