Potsdamer Platz in Berlin
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Ein Locopodia-Text, gesprochen von Christian Eckert
Der Potsdamer Platz – er zählt mit seinen komplett neu errichteten Gebäuden und Straßen zu den markantesten Orten Berlins. Und er bildet wieder die Schnittstelle zwischen den Zentren im Osten und Westen der Stadt.
Geschichte
Noch im 18. Jahrhundert war der Potsdamer Platz nicht viel mehr als eine Straßenkreuzung direkt vor den Toren der Stadt.
Erst nach dem Bau des Fernbahnhofs im Jahr 1838 gewann der Platz an Bedeutung. Schritt für Schritt wurde er zu einem wichtigen Knotenpunkt für Warenverkehr und Menschenmassen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden dann in rascher Folge Hotels, Geschäftshäuser und Gaststätten. Daneben entwickelte sich die Gegend zu einem veritablen Amüsierviertel. Wo tagsüber Geschäftsleute und Touristen flanierten, bestimmten zu späterer Stunde Nachtschwärmer und Prostituierte das Bild.
Verewigt wurde diese Szenerie 1914 im Gemälde „Potsdamer Platz” von Ernst Ludwig Kirchner.
Nach den Bombardements im Zweiten Weltkrieg lag der Platz in Trümmern und wurde zum Niemandsland zwischen sowjetischem, amerikanischem und englischem Sektor. Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 quer über den Platz, waren auch die bis dahin noch notdürftig erhalten Gebäude dem Untergang geweiht.
Auf der Ostseite entstand ein breiter Todesstreifen. Alle Gebäude innerhalb dieses Streifens wurden niedergerissen – darunter auch Reste des Kaufhauses Wertheim.
Auf der Westseite der Mauer kaufte der Senat die Ruinengrundstücke auf, um Platz für eine nie realisierte Stadtautobahn zu schaffen. Ein langsamer Meinungsumschwung setzte im Westen erst 1981 mit der Wiederherstellung des Martin-Gropius-Baus ein. Bis zum Fall der Mauer blieb der Platz dennoch innerstädtische Brache.
Der Potsdamer Platz heute
Nach der Wiedervereinigung stellte sich die Frage, wie der Potsdamer Platz in Zukunft aussehen sollte.
Schnell – teilweise wurde auch kritisiert zu schnell – wurde eine vollständig neue städtebauliche Anlage beschlossen. Die Finanzierung und Koordination sollte ausschließlich durch private Investoren erfolgen.
Während der 1990er-Jahre wurde der Potsdamer Platz damit zur „größten Baustelle Europas“ und zum Tummelplatz der Stararchitekten.
Im nordwestlichen Bereich entstand das Sony Center, entworfen von Helmut Jahn. Zu diesem dreieckigen Gelände gehören die europäische Zentrale von Sony und der BahnTower sowie Cafés, das Filmmuseum Berlin, Appartements und Büros.
Direkt gegenüber dem Hochhaus der Bahn steht der von Hans Kollhoff entworfene Kollhoff-Tower im New Yorker Backsteinstil. Von der öffentlich zugängigen Dachterrasse hat man einen guten Überblick über den Potsdamer Platz und Berlin.
Südlich schließt das Quartier Daimler an. Unter anderem steht hier das debis-Haus von Renzo Piano. An dem markanten grünen Würfel auf seiner Spitze ist es leicht zu erkennen. Zentrum des Quartiers Daimler ist der Marlene-Dietrich-Platz.
Den südlichen Abschluss bildet ein ebenfalls von Renzo Piano entworfenes Gebäude. Wie der Kollhoff-Tower hat es einen dreieckigen Grundriss. Der hintere, treppenartig gestaltete Bereich soll zur nachfolgenden Bebauung überleiten.
Zwei historischen Bauten sind am Potsdamer Platz erhalten.
Das ehemalige Weinhaus Huth ist heute ein Restaurant im Quartier Daimler.
Die Überreste des alten Hotels Esplanade wurden in das Sony Center integriert. Hierzu war eine spektakuläre Versetzung des „Kaisersaals“ notwendig: Auf einem Luftkissen wurde er um 75 Meter verschoben – die Kosten dafür beliefen sich auf ca. 1 Mio. DM pro Meter.
