Gendarmenmarkt in Berlin

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Ein Locopodia-Text, gesprochen von Christian Eckert

Der Gendarmenmarkt in Mitte gilt als einer der schönsten Plätze Berlins.
Zentrales Gebäude ist das Konzerthaus. Von dessen Freitreppe aus gesehen, wird es links vom Französischen und rechts vom Deutschen Dom flankiert.

Der Platz entstand nach Plänen von Johann Arnold Nering als Teil der Friedrichstadt, die der spätere König Friedrich I., Ende des 17. Jahrhunderts anlegen ließ. Das neue Viertel wurde von französischen Einwanderern dominiert, denen die Hohenzollern Schutz ihrer religiösen Freiheit und volles Bürgerrecht zugesichert hatten.

Die lutherische Gemeinde erbaute auf dem von Friedrich I. zugewiesenen Platz den Deutschen Dom, die französisch-reformierte Gemeinde den Französischen Dom. Beide Bauten entstanden um 1700 – zunächst in wesentlich schlichterer Form und ohne die beiden Türme.

Erst 1780–1785 wurden nach Plänen von Carl von Gontard die identischen Kuppeltürme errichtet, die dem Platz heute sein charakteristisches Aussehen geben.
Seinen heutigen Namen erhielt der Platz 1799 in Erinnerung an Stallungen des Kürassierregiments der „Gens d’armes“. Die Stallungen waren zu dieser Zeit jedoch bereits wieder abgerissen und durch eine einheitliche Umbauung mit dreistöckigen Häusern ersetzt worden.

Zwischen den beiden Kirchen stand zunächst ein kleines Komödientheater. Später wurde es durch ein neues Nationaltheater mit 2000 Sitzplätzen ersetzt, das jedoch 1817 abbrannte. An seiner Stelle entstand nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel 1821 das königliche Schauspielhaus, das heutige Konzerthaus Berlin. Es bildet bis heute den Mittelpunkt dieses einmaligen Ensembles.

Am 2. Oktober 1990, fand im Schauspielhaus der letzte Staatsakt der DDR-Regierung unter Lothar de Maizière statt – die Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie, geleitet von Kurt Masur.

E.T.A. Hoffmann skizziert in der Erzählung Des Vetters Eckfenster von 1822 das lebendige Treiben auf dem Gendarmenmarkt während eines Markttages. Diesen Text können Sie als separate Audio-Datei hören.