Museumsinsel in Berlin

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Ein Locopodia-Text, gesprochen von Christian Eckert

Die Museumsinsel liegt auf dem nördlichen Teil der Spreeinsel im Zentrum Berlins. Seit 1999 gehört dieses einzigartige bauliche und kulturelle Ensemble zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Geschichte
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden, wie in anderen Städten auch, in Berlin Stimmen des gebildeten Bürgertums laut, die öffentlich zugängige Kunstsammlungen forderten. Schließlich bestimmte Friedrich Wilhelm III. 1810 per Kabinettsorder, „eine öffentliche, gut gewählte Kunstsammlung“ anzulegen.

Die Umsetzung diese Auftrags wurde prominent besetzt:
Karl Friedrich Schinkel entwarf ein umfassendes Konzept, das die trockengelegte nördlichen Spreeinsel als Standort der Museen vorsah.
Wilhelm von Humboldt übernahm als Leiter der “Kommission zur Errichtung des Museums” die Verantwortung für die Abstimmung von Museen und Sammlungen.

Zunächst entstand 1830 das Alte Museum. Es gilt als Preußens erstes öffentliches Ausstellungsgebäude.
1859 wurde das heutige Neue Museum, eröffnet.
1876 folgte die Alte Nationalgalerie, 1904 das heutige Bode-Museum und 1930 schließlich das Pergamonmuseum.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden zusätzliche monumentale Neubauten geplant, die jedoch nie realisiert wurden. Der Zweite Weltkrieg bracht stattdessen auch für die Museumsinsel verheerende Zerstörungen mit sich. Bis zu 70 % der Bausubstanz der Museen wurden zerstört.

Ab 1950 erfolgte ein schrittweiser Wiederaufbau der historischen Bauten.
Aufgrund der schweren Schäden wurde das Neue Museum nicht mit einbezogen und sollte abgerissen werden. Dies scheiterte nur daran, dass kein anderer Aufbewahrungsort für die Exponate vorhanden war.

Nach der Wiedervereinigung begann dann eine umfassende Erneuerung des gesamten Geländes.
Der sogenannte Masterplan Museumsinsel sieht vor, alle Gebäude zu sanieren und die Gebäudetechnik an die Anforderungen moderner Museen anzupassen.
Zugleich sollen die einzelnen Museen auch baulich zu einem gemeinsamen Komplex zusammengefasst werden.

Das neue Empfangsgebäude am Kupfergraben wird dafür zum Ausgangspunkt eines unterirdischen Rundganges, der die Museen verknüpft.

Die Museen im Einzelnen

Die nördliche Spitze der Museumsinsel wird vom neobarocken Bau des Bode-Museums mit seiner charakteristischen Kuppel beherrscht. Es ist nach Wilhelm von Bode benannt, der sich maßgeblich für die Gründung der Museen in Berlin eingesetzt hatte.
Das Museum zeigt byzantinische Kunstwerke sowie italienische und deutsche Skulpturen bis zum 19. Jahrhundert. In der Gemäldegalerie sind zudem Exponate der Sammlung alter Meister ausgestellt.

An das Bode-Museum schließt südlich das populärste Berliner Museum, das Pergamonmuseum von Alfred Messel an. Seine imposanten Präsentationen archäologischer Bauten wie Pergamonaltar, Markttor von Milet, Ischtar-Tor und Mschatta-Fassade sind weltweit berühmt.

Schräg hinter dem Pergamonmuseum liegt die Alte Nationalgalerie. Sie wurde von Friedrich August Stüler in Form eines antiken Tempels mit vorgelagerter Freitreppe konzipiert. Die Sammlung der Alten Nationalgalerie zeigt Skulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts, von Caspar David Friedrich über die französischen Impressionisten bis zu Fresken der in Rom tätigen Nazarener.

Das seit dem Krieg dem Verfall überlassene Neue Museum zwischen Pergamonmuseum und Bodestraße wird derzeit umfassend saniert. Es gilt als das Hauptwerk von Friedrich August Stüler, einem Schüler Schinkels. Ab Wiedereröffnung im Jahre 2009 wird das Neue Museum das Ägyptische Museum mit der berühmten Büste von Königin Nofretete und andere Kunstwerke aus der Zeit des Königs Echnaton aufnehmen.

Aktuell sind diese Exponate noch im von Alten Museum südlich der Bodestraße ausgestellt. Dieses von Karl Friedrich Schinkel gebaute Alte Museum am Lustgarten ist ein Meisterwerk klassizistischer Architektur.