Hofbräuhaus in München

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Ein Locopodia-Text, gesprochen von Friederike Weede

 

„In München steht ein Hofbräuhaus – oans, zwoa, g‘suffa“, so  heißt es in einem Gassenhauer aus den 30er Jahren.
Das Hofbräuhaus auf dem Platzl in der Münchener Altstadt ist weltberühmt. Seit Jahrhunderten wird hier Bier gebraut, und Einheimische wie Touristen kehren immer wieder gerne ein.

  • 1589 wurde der Bau des Hofbräuhauses in Auftrag gegeben. Von nun an sollte hier das hofeigene Bier der Wittelsbacher gebraut werden.
  • Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Hofbräuhaus nicht nur Brauerei, sondern auch Gastwirtschaft.
  • In der großen Bierhalle im Erdgeschoss haben etwa 1000 Menschen an rustikalen Holztischen Platz. Der 9 m hohen Festsaal direkt über der Bierhalle und weitere Räume nehmen noch einmal doppelt soviele Besucher auf.
  • Das heutige Gebäude ist erst reichlich 100 Jahre alt. Um den Gastbereich des Hofbräuhauses auszuweiten, wurde es 1896 abgerissen und bald darauf durch den Neorenaissancebau des Architekten Max Littmann ersetzt.

 

Hintergründe

Der Hof wollte sparen, als er sich Ende des 16. Jahrhunderts dazu entschloss, sein eigenes Bier zu brauen. Bis dahin hatte man den Gerstensaft teuer importiert oder von Privatbrauereien gekauft. Der bayerische Herzog Wilhelm V. ließ vom Braumeister des Benediktinerklosters Geisenfeld das so genannte „Braune Hofbräuhaus“ am Alten Hof errichten. Zunächst wurde nur gewöhnliches Braunbier dort gebraut, doch dabei blieb es nicht. Wenige Jahre später sicherte sich der Hof das Weißbier-Privileg, und die obergärige Bierspezialität machte das Hofbräuhaus berühmt. Auch das kräftige Bockbier durfte niemand sonst in Bayern brauen. So florierte das Geschäft des bayerischen Hofes mit Bier. 1604 bereits, 15 Jahre nach dem Baubeginn, war das alte Brauhaus zu klein, und man verlagerte die Sudstätten in das neue Gebäude am heutigen Platzl.

Ludwig I. ließ ab dem Jahr 1828 die Bewirtung im Hofbräuhaus zu. 1844 senkte er enorm die Preise und machte das Bier so zu einem Volksgetränk, das sich jeder leisten konnte. 

Ende des 19. Jahrhunderts waren München und auch das Hofbräuhaus so beliebt bei Touristen, dass Prinzregent Luitpold am Platzl ganz auf den Andrang durstiger Besucher setzte. Er ließ das Gebäude im Stil der Neorenaissance großzügig umbauen und verlegte den eigentlichen Brauereibetrieb in den Stadtteil Haidhausen.

Als München im Zweiten Weltkrieg bombardiert wurde, litt auch das Hofbräuhaus. Obwohl es fast vollkommen zerstört war, baute man es in den 50er Jahren originalgetreu wieder auf. 2004 wurde es noch einmal umgebaut und ein Jahr später neu eröffnet. Die Anziehungskraft des Hofbräuhauses ist unverändert wie eh und je. Täglich kehren hier 35.000 Menschen ein, die dem Freistaat Bayern jährliche Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe verschaffen. Denn wie zur Zeit seiner Gründung ist das Hofbräuhaus noch immer im Besitz des bayerischen Staates.