Englischer Garten in München

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Der Englische Garten
Ein Locopodia-Text, gesprochen von Friederike Weede

Einer der größten Stadtparks der Welt liegt in München. Der Englische Garten ist ein lädt großzügig zur Erholung ein und hält einige Sehenswürdigkeiten parat – und Hauptziel im Sommer sind natürlich die berühmten Biergärten des Parks.

  • Mit fast 4 km² Fläche ist der Englische Garten größer als der Londoner Hyde Park oder der Central Park in New York. Zählt man die Wege der Grünanlage zusammen, ergibt sich eine Strecke von 78 Kilometern.
  • 1789 im Stil der englischen Landschaftsgärten angelegt, ist er das Gegenteil eines französischen Barockparks. Der Englische Gärten beeindruckt durch seine üppig grüne Gestaltung, die der Natur nachempfunden ist.
  • Schon wenige Jahre nach seiner Einweihung wurde er für die Nutzung der Bürger freigegeben. Er war damit einer der ersten öffentlichen Volksparks auf dem europäischen Festland.

Hintergründe
Der Englische Garten ist über 200 Jahre alt. Er entstand, als Kurfürst Carl Theodor Ende des 18. Jahrhunderts ganz München umgestalten ließ.
Ursprünglich war der Park im westlichen „Hirschangergebiet“ ein Militärgarten für die Garnison in München. Hier erholten sich die Soldaten und bekamen Einblicke in die Landwirtschaft.
Aber auch die Öffentlichkeit sollte den Park nutzen. Immer wieder erweitert, war der Englische Garten bereits um 1800 so groß wie heute.

Baumeister war von Beginn an der Schwetzinger Hofgärtner Friedrich Ludwig von Sckell. Später wurde er Leiter der bayerischen Hofgärtenintendanz und prägte bis zu seinem Tod 1823 das Bild des Englischen Gartens.

Heute teilt der Stadtverkehrsring den Park in den stark frequentierten Südteil und in die ruhigere nördliche Hirschau. Im Süden befinden sich die beliebtesten Ausflugsziele des Gartens.
Z. B. der Chinesische Turm – der als Zeichen der Begeisterung für China im späten 18. Jahrhundert errichtet wurde. Die 25 m hohe Holzpagode, brannte im Lauf der Jahrhunderte mehrfach ab, wurde aber jedesmal wieder originalgetreu restauriert. Der heutige Turm wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut.
Auf einer Insel im Schwabinger Bach lädt seit 1972 das Japanische Teehaus zur traditionellen japanischen Teezeremonie ein. Es wurde anlässlich der Olympischen Sommerspiele in München und der Partnerschaft mit der japanischen Stadt Sapporo errichtet – dort fanden damals die Winterspiele statt.

Ans antike Griechenland erinnert der Monopteros, ein Rundtempel von Leo Klenze aus dem Jahr 1836. Der Landschaftsgärtner Sckell hat nicht nur an das reiche Grün in seinem Park gedacht. Auch ein System von Bächen legte er an – sowie den Kleinhesseloher See mit drei Inseln, die sich per Ruderboot ansteuern lassen.

Die Hirschau nördlich des Stadtrings ist nach dem einstigen Wildreichtum in den Isarauen benannt. Auch heute hat dieser Teil des Englischen Gartens das Gepräge eines ruhigen Waldes. Einige ehemalige Fabrikgebäude erinnern jedoch an die Zeit um 1900, als hier Lokomotiven gebaut wurden und ein Wasserkraftwerk arbeitete.

Tipp
Der zweitgrößte Biergarten Münchens mit 7.000 Sitzplätzen liegt mitten im Englischen Garten, direkt am Chinesischen Turm. Am Ufer des Kleinhesseloher Sees bietet der Biergarten „Seehaus“ noch einmal 2.500 Ausflugsgästen Platz, und auch am Nord- und am Südrand der Hirschau kann man gemütlich einkehren.