Schloss Nymphenburg - Badenburg und Amalienburg in München
Schloss Nymphenburg – Badenburg und Amalienburg im Schlosspark
Ein Locopodia-Text, gesprochen von Friederike Weede
Im Schlosspark verbergen sich mehrere kleine Lustschlösschen – Sie sind reizvolle Ziele für Spaziergänge und Entdeckungstouren.
Im südlichen Teil des Parks liegt am großen See die
Badenburg. In ihrem Inneren verbirgt sich eine Art historischer Swimmingpool.
1722, als Joseph Effner das Badeschlösschen erbaute, war es etwas ganz Neues
für die Menschen am Hofe, ein Bad zu nehmen. Aber natürlich tat man das
luxuriös im Schloss und niemals im See.
Zwei Freitreppen führen aus dem Garten in die Innenräume
– alles ist auf den zum See hin gelegenen Badesaal ausgerichtet. Der Baderaum
besteht fast nur aus dem großen, mit holländischen Fliesen ausgelegten Bassin.
Die Decke ist mit Nymphen und Najaden geschmückt. Ein Ausflug in die
griechische Mythologie: Nymphen sind wunderschöne, zarte göttliche Naturwesen;
Najaden sind die speziellen Nymphen des Wassers.
Außer dem Bad befinden sich im Erdgeschoss noch ein Schlaf- und ein Garderobenzimmer
sowie ein Spielezimmer.
Im Keller sind die technischen Anlagen zur Warmwasserbereitung untergebracht.
Ebenfalls auf der südlichen Seite, aber nahe am Schloss
liegt die Amalienburg. Kurfürst Karl Albrecht machte dieses reich ausgestattete
Jagdschloss seiner Frau Amalie zum Geschenk. Es ist ein Werk von François
Cuvilliés dem Älteren und wurde 1739 im Stil des Rokoko fertiggestellt. Die
Stuck- und Schnitzarbeiten stammen von Johann Baptist Zimmermann und Joachim
Dietrich. Gleich hinter dem Eingang liegt der runde Spiegelsaal – das zentral Element
im Gebäude. Die großen Spiegel an den Wänden sind so angebracht, dass die Natur
im Raum noch ein zweites Mal erscheint. An den Spiegelsaal schließen nördlich das
Jagd-, das Fasanenzimmer und die Küche an.
Diese Küche ist nicht nur etwas Besonderes, weil ihre Wände mit blau-weißen
Kacheln im chinesischen Stil gefliest sind. Im Jahr 1735 wurde hier ein
Castrol- oder Topfherd eingebaut, den Cuvilliés selbst entworfen hat.
Es war der erste Herd mit geschlossenem Feuerkasten und obenliegender,
durchlöcherter Herdplatte. Sein Name leitet sich vom französischen Casseroles ab.
