Pinakothek der Moderne in München

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Die Pinakothek der Moderne

Ein Locopodia-Text, gesprochen von Friederike Weede

 

Ob Moderne Kunst, Architektur, Industriedesign oder grafische Sammlungen – in der Pinakothek finden Sie gleich vier Museen unter einem Dach.

Und noch dazu unter einem jungen Dach. Denn erst im Jahr 2002 eröffnete die dritte der Münchner Pinakotheken auf dem Kunstareal. Der Architekt Stephan Braunfels schuf einen von Kritikern sehr gelobten, offenen modernen Bau aus Sichtbeton und Glas. Von der Rotunde mit 30 Metern Durchmesser und einer gewaltigen Lichtkuppel führen große Treppen zu den Ausstellungen.

Wir wollen uns zunächst dem Namen des Museums entsprechend der Malerei widmen, der Modernen Kunst in der Pinakothek.
Die Sammlung für Moderne Kunst entstand nach 1945 durch Stiftungen, Vermächtnisse und Zukäufe. Klar definiert wurde sie aber erst im Jahr 1981, als die Neue Pinakothek in ein eigenes Gebäude zog. Bis dahin waren beide Sammlungen im Haus der Kunst vereint, doch nun schied der Expressionismus sie voneinander. Von Zeitpunkt des Expressionismus ab sind alle Stilrichtungen in der Pinakothek der Moderne vertreten: Fauvismus und Kubismus, Neue Sachlichkeit, Bauhausstil, Surrealismus, Abstrakter Expressionismus, Pop Art und Minimal Art sowie Kunstrichtungen zwischen den einzelnen Stilen. Die Sammlung ist eine der bedeutendsten ihrer Art. Die klassische Moderne ist im Westflügel des Obergeschosses, die zeitgenössische Kunst im Ostflügel untergebracht. Zu sehen sind zum Beispiel Werke aller Vertreter der Brücke und des Blauen Reiters sowie andere Expressionisten. Gemälde von Max Beckmann und Pablo Picasso kommen in zwei Sälen besonders eindrucksvoll zur Geltung. Die Surrealisten René Magritte und Salvador Dalí, Max Ernst und Joan Míro gehören dazu und viele andere mehr. Zur Gegenwartskunst seit den 50ern zählen Werke von Andy Warhol, Henry Moore, Joseph Beuys, Georg Baselitz und Anselm Kiefer. Die Minimal Art bildet einen weiteren Schwerpunkt, und auch den Neuen Medien, der Fotografie und Videokunst widmet sich die Sammlung.

In der zweiten Abteilung, der Neuen Sammlung mit Design und angewandter Kunst, wird die Geschichte dieser Kunstrichtung ab 1850 eindrucksvoll präsentiert. Dieses 1925 gegründete erste Designmuseum der Welt ist nicht nur führend in seinem Bereich, es enthält auch die größte Sammlung für Industriedesign. Die Gestaltung von Fahrzeugen, Computern, Schmuck, Alltagsgegenständen und Möbeln steht dabei im Zentrum.

 

Im Erdgeschoss zeigt das Architekturmuseum der Technischen Universität in Wechselausstellungen Auszüge aus seinen reichen Beständen an Zeichnungen, Entwürfen und Modellen namhafter Architekten. Den Grundstock dafür bildete einst eine Sammlung von Architekturskizzen, ein Geschenk Ludwig II. im Jahr 1868. Sie sollte der damals neu gegründeten Königlichen Polytechnischen Schule, der heutigen TU, zu Lehrzwecken dienen. Heute sind in diesem Universitätsmuseum der Architekturgeschichte zum Beispiel Johann Balthasar Neumann, François de Cuvilliés, Gottfried Semper, Le Corbusier und Günter Behnisch vertreten. Computeranimationen und Filme veranschaulichen die architektonischen Arbeiten besonders gut.

 

Als vierter Bereich empfängt die Staatliche Graphische Sammlung München ihre Besucher in der Pinakothek der Moderne. Die Sammlung umfasst etwa 400.000 Blätter aus allen Epochen der Zeichenkunst und Druckgrafik vom Mittelalter bis zur Moderne. Damit ist sie neben den Kupferstichkabinetten Berlin und Dresden eine der bedeutendsten weltweiten Grafiksammlungen der Welt. Zum Bestand gehören Werke von Dürer, Michelangelo, Rubens, Rembrandt, Caspar David Friedrich, Spitzweg, El Greco, van Gogh, Gustav Klimt, Klee und vielen anderen großen Künstlern.