Marienplatz in München

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Der Marienplatz
Ein Locopodia-Text, gesprochen von Friederike Weede

 

Der Marienplatz ist die Mitte von München. Er liegt im Zentrum der Fußgängerzone und am Schnittpunkt der beiden historischen Hauptachsen der Stadt. Quer über den Platz verlief früher die ehemalige Salzstraße von Salzburg und Reichenhall in die Schweiz.

Das Neue Rathaus an der Nordseite dominiert den Marienplatz, im Osten liegt das Alte Rathaus. Drittes bemerkenswertes Gebäude ist das Thomass-Eck, die ehemalige Hauptwache. Dieses älteste erhaltene Haus am Platz wurde um 1770 von François de Cuvilliés dem Jüngeren erbaut und trägt die Hausnummer 1.

Seit der Stadtgründung im Jahr 1158 ist der Marienplatz das Herz der Stadt. Früher hieß er einfach Marktplatz, denn schon immer wurde hier Handel getrieben. Kaiser Ludwig der Bayer trug nicht unwesentlich dazu bei, diesen Platz so zu erhalten. Als er München das Marktrecht verlieh, geschah das nur unter der Auflage, der Platz müsse „auf ewige Zeiten“ unbebaut bleiben. Weil hier später besonders Getreide gehandelt wurde, nannte man den Marienplatz früher auch „Schrannenplatz“. Und an den Fischmarkt in der Nordostecke erinnert der Fischbrunnen.

Seinen heutigen Namen verdankt der Marienplatz Maximilian dem Ersten. Der Kurfürst ließ zum Dank dafür, dass München während der schwedischen Besatzung im Dreißigjährigen Krieg  verschont blieb, 1638 eine Mariensäule errichten. Im Jahr 1854 wurde dann die Bezeichnung Marienplatz offiziell eingeführt. Der Magistrat erhoffte sich damit die Rettung der Stadt vor einer im Juli desselben Jahres ausgebrochenen Cholera-Epidemie.

Die Mariensäule steht seitdem in der Mitte und bildet die Ursprungskoordinate der Stadt. Entfernungsangaben auf Autobahnschildern und Wegweisern beziehen sich auf die Säule als die Mitte von München. Auch die Zählung der Hausnummern beginnt jeweils an dem Ende der Straße, das dem Marienplatz zugewandt ist.