Residenz in München

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Die Residenz – Geschichte und Bauten
Ein Locopodia-Text gesprochen von Friederike Weede

Die Münchner Residenz war von Beginn des 16. Jahrhunderts bis zum Ende der deutschen Monarchie Stadtschloss und Residenz der bayerischen Herrscher.
Der weitläufige Palast ist das größte Stadtschloss Deutschlands.

Die heutige Residenz lässt sich in drei Bereiche gliedern:

  1. Der ursprüngliche Bereich der gotischen “Neuen Veste”
  2. Die Maximilianische Residenz mit ihrer Fassade an der Residenzstraße sowie
  3. der Königsbau und der Festsaalbau, mit denen Ludwig I. die Residenz vollendet hat.

1. Die gotische Neue Veste

Schon 1385 befand sich auf dem heutigen Gelände der Residenz die sogenannte Neuveste. Nach Aufständen der Münchner Bürgerschaft war sie als Fluchtburg für die im Alten Hof residierenden Herrscher errichtet worden.
Aus der Stadt war die Burg nur über eine befestigte Brücke zu erreichen. Offensichtlich fürchteten sich die hohen Herrschaften damals mehr vor den eigenen Bürgern als vor externen Angreifern.

Als herzoglichen Sitz löste die Neuveste den Alten Hof erst im 16. Jahrhundert unter Herzog Wilhelm IV. ab. Schrittweise wurde die Neuveste zum Herrschaftssitz umgewandelt; ihre Befestigungsanlagen wurden abgetragen.

Unter dem Regime Wilhelm IV. wurde z.B. der erste Hofgarten angelegt. Aus dem dortigen Gartenpavillon stammt das berühmte Gemälde „Alexanderschlacht“ von Albrecht Altdorfer.

Der Aufbruch zu Erweiterungen außerhalb der bestehenden Burganlagen der Neuen Veste erfolgte dann unter Albrecht V. Er ließ 1517 das sogenannte Antiquarium erbauen. Dieser Bautrakt bildet heute das Erdgeschoss des Renaissanceschlosses.

Nochmalige Erweiterungen erfolgten dann gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit stammen die Kurfürstenzimmer über dem Antiquarium und die Umbauung des Grottenhofs durch Friedrich Sustris.

2. Die Maximilianische Residenz

Maximilian I. veranlasste mit seinem Architekten Hans Krumper im ersten Viertel des 17. Jahrhundert weitere Umbauten und Neubauten. Bestehende Gebäude wurden verbunden und der spätere Brunnenhof, der zuvor als Freifläche für Turniere gedient hatte, wurde geschlossen.
Das Berühren der Schilde der bronzenen Löwen am Durchgang zum Brunnenhof und am Kaiserhof soll übrigens Glück bringen.

Prunkstück dieser Zeit ist die Maximilianische Residenz um den Kaiserhof. Ihre Fassade dominiert die Westseite des Komplexes.

Im Inneren entstanden die privaten Gemächer, die Hofkapelle und die Reiche Kapelle. Die „Reiche Kapelle“ war ausschließlich für den Herzog bestimmt, selbst sein Hofstaat hatte hier keinen Zutritt.
Weitere bedeutende Schöpfungen aus der Zeit Maximilian I. sind die Trierzimmer mit Deckengemälden von Peter Candid und die Steinzimmer von Francesco Rosa.
Die Kaisertreppe im Nordtrakt – ein Juwel der deutschen Spätrenaissance – ist eine der schönsten architektonischen Einzelheiten der Maximilianischen Residenz. Zaghaft kündigt sich hier bereits der Übergang zum Barock an.

Verglichen mit der umfangreichen Bautätigkeit durch Maximilian I. brachte die folgende Zeit des Barock und Rokoko weniger grundlegende Erweiterungen mit sich. Zudem ging Etliches später wieder verloren.

Zu nennen sind jedoch die von Kurfürst Ferdinand Maria um 1670 für seine Frau ausgebauten Räumlichkeiten. Über 100 Jahre später erhielten diese Zimmer den Beinamen „Päpstliche Zimmer“. Papst Pius VI. hatte bei seinem Besuch in München hier gewohnt.
Von der reichen Ausstattung dieser Räume konnten bis heute nur Fragmente wie das Rote Zimmer, das Herzkabinett oder der ehemalige Goldene Saal rekonstruiert werden.

Im frühen 18. Jahrhundert veranlasste Kurfürst Karl Albrecht erneut umfassende Bauaktivitäten. Realisiert wurden die Vorhaben durch seine Hofarchitekten Joseph Effner und François de Cuvilliés.
Erhalten sind aus dieser Epoche die Reichen Zimmer mit der Grünen Galerie, dem Spiegelkabinett und dem Paradeschlafzimmer.

Das Alte Residenztheater, nach seinem Schöpfer François de Cuvilliés d.J. auch Cuvilliés-Theater genannt, wurde 1750 von Maximilian III. Joseph in Auftrag gegeben.
Dieses prachtvolle Rokoko-Theater war ausschließlich dem Hof vorbehalten.

Durch einen Brand im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude des Alten Cuvilliés-Theaters vollständig zerstört – die aufwändigen Schnitzarbeiten der Innendekoration waren aber vorher ausgelagert worden. Daher konnte das Cuvilliés-Theater nach dem Krieg im Apothekentrakt der Residenz wieder neu aufgebaut werden. An seinem ursprünglichen Platz steht heute das Neue Residenztheater.

3. Ausbau zur königlichen Residenz unter Ludwig I.

Die Erhebung Bayerns zum Königreich brachte nach 1806 die Notwendigkeit mit sich, München in einer königlichen Form zu präsentieren. König Ludwig I. veranlasste daher einen zielstrebigen Ausbau der Residenz zu ihrem heutigen Umfang.

Durch den Königsbau auf der Südseite und den Festsaalbau im Norden wurde die Residenz zu einem geschlossenen Ganzen vereint. Die herrschaftliche Architektur und Größe unterstrich den königlichen Status.

Der Königsbau wurde 1835 durch Leo von Klenze im Stil des Klassizismus errichtet. Klenze orientierte sich dabei am Palazzo Pitti in Florenz. Die Innenräume, die als Wohnräume für Ludwig I. und seine Gemahlin angelegt wurden, waren auf Wunsch des Königs verhältnismäßig schlicht mit bildlichen Darstellungen aus Werken der Weltliteratur dekoriert.

Als krönenden Abschluss schuf Klenze in den Jahren bis 1842 den Festsaalbau. In diesem 250m langen Bau entstanden mit Thronsall, Kaisersälen, Ballsaal und Schlachtensaal Räumlichkeiten, die den königlichen Repräsentationsanspruch in Gänze erfüllten. Vor allem der im Krieg zerstörte Thronsaal galt als Meisterwerk.

An den Festsaalbau schließt der Apothekenflügel an, in dem die Hofapotheke sowie Wohnungen und Büros der Hofangestellten untergebracht waren.
Im Apothekenhof markieren roten Steine im Pflaster die Lage der Kellergewölbe und Grundmauern der ursprünglichen Neuen Veste.

In der Zeit nach Ludwig I fanden nur noch vereinzelte Neu- und Ausbauten statt.

So ließ beispielsweise Ludwig II. die Nibelungensäle vollenden und das Cuvilliés-Theater elektrifizieren.

Der letzte Bayerische König, Ludwig III., wohnte bis zur Revolution von 1918, bis zum Ende der Monarchie, in der Residenz.